Die ersten Fallbericht zur Niederdrucktherapie wurden Anfang der 50iger Jahre in den USA und Großbritannien veröffentlicht (Raffl 1952, Silvis et al 1955, Moloney 1957). 1986 Jahre wurden in der ehemaligen UdSSR Tier- und Patientenstudien veröffentlicht, ab 1987 dann auch in den USA. Mittlerweile liegen verschiedene Fallberichte, Studien und Anwendungsbeobachtungen aus unterschiedlichen Ländern zu diesem Thema vor.
Wie funktioniert nun die Niederdrucktherapie?
Folgende mirko- und makrobiologischen Auswirkungen werden für diese Art der Therapie beschrieben (Banwell und Teot 2003):
- eine Erhöhung der Hautperfusion
- eine Stimulation von Granulationsgewebeformation
- ein Rückgang der interstitiellen Flüssigkeitsansammlung, auf deutsch eine Verringerung von Ödemen
- eine Kontrolle von Wundexsudat
- eine Verringerung der Keimbelastung der Wunde
- ein reverser Gewebeexpansionseffekt
Funktioniert nur der Schwamm?
Mittlerweile gibt es verschiedenen Untersuchungen und Studien, allerdings reicht die Lage noch nicht aus. Klinische Tests zeigen, dass Schwamm und Gaze mit der topischen negativen Drucktherapie funktionieren.
Intermittierender, konstanter oder variabler Unterdruck?
Auch hierzu gibt es unterschiedliche Untersuchungen und Aussagen. Im März 2010 wurde in der amerikanischen Zeitschrift "OWM" eine Studie aus Scweden veröffentlicht.
"The Effect of Intermittent and Variable Negative Pressure Wound Therapie on Wound Edge Microvascular Blood Flow" von O. Borgquiet, R. Ingemansson und M. Malsmjö aus Schweden. Hier wird der variable Druck empfohlen.
Bei intermittierendem oder variablem Druck sollte man beachten, dass es evtl. zu mehr Schmerzen beim Patienten kommen kann.
Literaturangabe:
Raffl AB (1952). The use of negativ pressure under skin flaps after medical mastectomy. Annals of Surgery; 136: 1048
Silvis RS, Potter LE, Robinson DW, Hughes WF (1955). The use of continuous negative pressure instead of pressure dressing. Annals of Surgery; 142: 252-256
Moloney GE (1957). Apposition und drainage of a large skin flaps by suction. The Australien and New Zealand Journal of Surgery; 26: 173-179
Banwell PE, Teot L (2003). Topical negative pressure (TNP): the evolution of a novel wound therapy. Journal of Wound Care; 12 (1): 22-28
Anlage der Niederdrucktherapie der Firma Smith & Nephew, die im Moment neben KCI die Einzigen sind, die einen Schwamm zur Therapie anbieten.
Mittlerweile gibt es auch noch verschiedene Anbieter in Deutschland, die Systeme für die Niederdrucktherapie anbieten:
- ArjoHuntleigh Wound(R) ASSIST
- Lohmann & Rauscher Suprasorb (R) CNP-Therapie
. Exsudex vertrieben von Fribamed
Der Unterschied zu den Systemen von KCI besteht darin, das diese Systeme mit einer Gaze arbeiten, die mit PHMB beschichtet ist.
Hier die Fotogalerie für die Pumpen der oben genannten Anbieter:
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