Eines der Themen, die immer noch gern bei der Pflege von Menschen mit chronischen Wunden vernachlässigt werden, ist die Dokumentation von Wunden. Viele Regressansprüche müssen gezahlt werden, weil keine oder nur eine unzureichende Wunddokumentation vorhanden ist.

1999 wurde vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Köln eine Einrichtung zu Schadensersatz verurteilt, weil keine Fotodokumentation vorhanden war. Sinngemäß lautet die Begründung u.a., dass die Fotografie einer Wunde eine zwingend erforderliche Grundlage für die Therapie ist. 

Verschiedene Veröffentlichungen zur Fotodokumentation bevorzugen mittlerweile eine Digitalkamera. Diese hat den Vorteil, das die Aufnahmen sofort verfügbar sind, die Bilder dauerhaft archivierbar sind und auch für die Planimetrie genutzt werden können. Allerdings sollte man beachten, das die Kamera eine Makrofunktion (Nahaufnahme) hat, die schnell auslösbar ist und einen vernünftigen Blitz.

Bitte denken Sie daran, das die Bilder entweder auf dem PC oder auf einem geeigneten Speichermedium archiviert werden müssen. Dazu sollten Sie sich ein System überlegen, das leicht verständlich und praktikabel ist. So wäre es z.B. eine Möglichkeit, für jeden Patienten einen eigenen Ordner anzulegen, indem Sie dann die dazugehörigen Bilder speichern können: Ordnername Probst, Astrid 04.09.71, Bildername 2009_10_24. Diese Bilderbezeichnung hat den Vorteil, dass die Bilder der Reihenfolge nach geordnet werden. Das erste Bild steht an erster Stelle, das letzte kommt zum Schluss. Die Ordner können so alphabetisch geordnet werden.

Die Einverständniserklärung des Patienten kann entweder schriftlich oder mündlich eingeholt werden. Im letzteren Fall muss das Einverständnis dann schriftlich in der Dokumentation durch die Pflegeperson oder einen Arzt vermerkt werden.

Wichtig: Die Fotodokumentation ersetzt nicht die schriftliche Wunddokumentation. Sie ergänzt sie.

Folgende Dinge sollten bei der fotografischen Dokumentation einer Wunde beachtet werden:

  • immer denselben Abstand zwischen Wunde und Kamera
  • auf dem Bild sollte eine Zentimetereinteilung erkennbar sein mit Datum und Namen des Patienten, Nummer der Wunde
  • immer die geliche Beleuchtung verwenden, mit Blitz werden die Farben realistischer
  • Patient immer in der selben Lage fotografieren, sinnvoll ist es, die Patientenposisition am Beginn der Dokumentation vermerkt werden
  • Wunde erst nach Wundreinigung dokumentieren

Informationen zur schriftlichen Wunddokumentation folgen später.