Aus dem gesunden Nachbargewebe sprossen neue Gefäße in das Wundgebiet ein. Fibroblasten und Endothelzellen proliferieren, der Wundgrund füllt sich mit dem Granulationsgewebe. Klinisch erscheint die Wunde sauber und weist durch das gut durchblutete Gewebe eine dunkelrote Farbe auf.
In dieser Phase darf die Wunde nicht austrocknen. Der sich bildende Wundschorf würde die Granulation und die anschließende Epithelisierung verzögern. Eine feuchte, schorffreie Wunde dagegen heilt schneller und unter geringerer Narbenbildung ab als eine trockene, krustige Wunde.
Die optimale Wundauflage muss deshalb vorhandenes Wundexsudat unter gleichzeitiger Feuchthaltung der Wundoberfläche aufsaugen können. Gleichzeitig muss ein Wasserdampf- und Sauerstoffaustausch gewährleistet sein und die Wunde vor eindringenden Keimen geschützt werden.
Ein Anhaften muss vermieden werden. Verklebt die Wundauflage mit dem Wundgrund, wird beim Verbandwechsel frisch gebildetes Granulationsgewebe abgerissen.
Eine Granulation über Hautniveau (Hypergranulation) kann den Eintritt in die Epithelisierungsphase behindern und muss deshalb durch geeignete Maßnahmen beseitigt werden.
