Exsudative/inflammatorische oder auch Reinigungsphase
Ausdruck der körpereigenen, aktiven Wundreinigung ist die Entstehung eines Wundödems. Die daraus resultierende starke Exsudatbildung unterstützt die Wundreinigung durch die in das Wundgebiet einwandernden Leukozyten, Monozyten und Makrophagen. Wundexsudat ist reich an Antikörpern, antibakteriellen Substanzen, Interferonen, Wachstumshormonen und anderen wundheilungsfördernden Boten-Stoffen (Zytokinen), deren Kontakt zur Wunde daher erwünscht ist. Zelltrümmer, Fremdkörper und Bakterien werden ausgeschwemmt.
In dieser Phase muss die geeignete Wundauflage sehr saugfähig sein. Gewebetrümmer, Bakterien, Blut und Exsudat müssen rasch aufgenommen werden können. Mazerationen sollen vermieden werden. Trotzdem soll die Wundoberfläche gleichzeitig feucht gehalten werden.
Die optimale Wundauflage sollte deshalb nicht häufiger als 1x täglich gewechselt werden. Bei extremer Exsudation mit mehrmals täglichen Verbandwechseln muss evtl. auf die Präparate der feuchten Wundbehandlung aus Kostengründen verzichtet werden.
