Hydrokolloide sind Wundauflagen, die in der Regel aus einem dünnen Polyurethanfilm entstehen, auf dem eine selbstklebende Masse klebt, die hauptsächlich aus stark quellenden Partikeln, der sogenannten Carboxylmethylcellulose (CMC), bestehen. Unter Exsudataufnahme quellen diese Partikel auf. Durch den Ionenaustausch wird ein Gel gebildet, das ein Verkleben mit der Wunde verhindert. In diesem Gel werden auch Zelltrümmer und Bakterien eingeschlossen.

Es handelt sich hierbei um einen Okklusivverband, durch dessen kompakte Struktur nach dem Auflegen ein Sauerstoffmangel entsteht. Dieser reduziert sich, sobald die Gelbildung einsetzt, der Verband gelockert wird und der Gasaustausch einsetzt. Durch den Sauerstoffmangel (Hypoxie) werden die Makrophagen zur Freisetzung von Wachstumsfaktoren angeregt, die zu Angiogenese beitragen und damit zur Förderung von Granulationsgewebe.

Daher sollte diese Wundauflage nicht bei ischämischen und infizierten Wunden eingesetzt werden. Ebenfalls kein Einsatz bei Diabetikern.

Hydrokolloide vergrößern die Wunde am Anfang, bevor sie sich wieder verkleinert. Sie sind in der Lage, Exsudat aufzunehmen, allerdings nicht viel.

Was man unbedingt beachten sollte:

- Hydrokolloide bilden ein Gel, das sich verfärbt und auch Geruch bilden kann.

- Sie haften schlecht auf feuchter Haut.

- Der Kleber kann Irretationen und Allergien auf der Haut auslösen.