Beschreibung Freiläufer:

Sterile Fliegenlarven (Maden) werden zum Abräumen von nekrotischem Gewebe auf die Wunde aufgelegt und zum Schutz vor einem Entweichen durch ein feinmaschiges, steriles, luftdurchlässiges Netz abgedeckt. Vorher werden die Umrisse der Wunden mit beidseitig, haftenden Gelstreifen abgeklebt, damit das Netz befestigt werden kann.

Die Freiläufer werden in einem Röhrchen geliefert. Um sie auf die Gaze zu bekommen, sollte man das Röhrchen etwas mit NaCl 0,9% befüllen, den Deckel wieder draufschrauben und nun das Ganze leicht schwenken. Anschließend Deckel entfernen und die Maden vorsichtig auf das Netz schütten. Nun werden die Maden zusammen mit dem Netz auf die Wunde aufgebracht, wobei das Netz an den Gelstreifen festgedrückt wird. Das überstehende Netz wird abgeschnitten. Man sollte jetzt die Ränder des Netzes noch zusätzlich mit Fixomull oder ähnlichem fixieren. Der Hintergrund besteht darin, dass die Maden dafür sorgen, dass mehr Exsudat produziert wird. Dies kann zur Folge haben, dass sich die Gelstreifen auflösen und dadurch der Käfig undicht wird.

Anschließend mit NaCl 0,9% getränkte Kompressen auf das Netz legen und den Verband mit einer Binde fixieren.

In der nachfolgenden Bildergalerie wird die Handhabung der Freiläufer kurz dargestellt:




Beschreibung BioBag:

Diese Variante ist eine Weiterentwicklung. Die Maden sind in Beuteln aus Polyvinylalkohol abgepackt und haben somit keinen direkten Kontakt mit der Wunde. Innerhalb des Beutels befindet sich ein Stück Schaumstoff, das zwei Funktionen erfüllt. Zum Einen dient es als Platzhalter, zum Anderen saugt es die Flüssigkeit an.

Durch die Beutelform ist die Handhabung deutlich einfacher. Man entnimmt mit einer sterilen Pinzette den Beutel aus dem Röhrchen und bringt ihn direkt auf die Wunde auf. Allerdings sind die Beutel nicht so effektiv, wie die Freiläufer, da die Wirkung der Maden auf die jeweilige Auflagefläche begrenzt ist.

Anschließend Kompressen anfeuchten und mit einer Binde fixieren.




Beschreibung VitaPad: Das VitaPad wurde im Moment vom Markt genommen, ist damit also vorübergehend nicht erhältlich.

Dies ist eine Weiterentwicklung des BioBags. Es wurde ein zusätzliche Ummantelung in Form eines Schaumes angebracht. Das Handling entspricht dem des BioBags.

Ein Sichtfenster im Schaum ermöglicht die Sichtkontrolle, ob die Maden noch vital sind. Evtl. muss das VitaPad 1-6x täglich angefeuchtet werden, je nach Feuchtigkeit der Wunde.


Die Maden ernähren sich nur von abgestorbenem Gewebe. Sie geben eine Flüssigkeit ab, die abgestorbenes Gewebe zersetzt und die Wundheilung stimulieren kann. Sie sind außerdem in der Lage Erreger aufzunehmen und zu vernichten.

Da der Einsatz der Maden eine Steigerung der Exsudation der Wunde zur Folge hat, sollte man unbedingt darauf achten, dass der Wundrand und die Wundumgebung geschützt werden, z.B. mit Cavilon. Des Weiteren kommt es zu einer bräunlichen Verfärbung und evtl. zu einer Geruchsbildung.