Das chirurgische Debridement steht immer im Vordergrund der Wundreinigung. Hier werden Fremdkörper, nekrotisches oder infiziertes Gewebe und schmierige Beläge entfernt. Falls nötig, werden Wundtaschen eröffnet, und es wird für saubere und glatt begrenzte Wundränder gesorgt.

Das chirurgische Debridement kann durch die enzymatische Wundreinigung ergänzt und unterstützt, aber nicht ersetzt werden.

Die Durchführung des chirurgischen Debridements obliegt qualifizierten Ärzten. Mittlerweile gehen aber einige Einrichtungen dazu über, diese Tätigkeit auch an qualifiziertes Pflegepersonal zu delegieren. Allerdings sollte man vorher eine gründliche Anleitung dazu durch den Arzt bekommen. Des Weiteren sollte man sehr genau wissen, wo die Grenzen liegen, wo man gerade hineinschneidet und wie das chirurgische Debridement durchgeführt wird.

Im Moment werden dazu im deutschsprachigen Raum keine Workshops angeboten. Man kann die Techniken aber auf Workshops im Ausland erlernen und festigen, z.B. auf dem jährlichen Kongress der EWMA oder der EPUAP oder auf einem amerikanischen Kongress.

Hier ein Bild vom Workshop "Debridement" auf dem EWMA-Kongress 2009 in Helsinki:

Hier ein Bild von einem Workshop auf dem SAWC Kongress 2010 in Orlando. Zum Schluss mit kleiner Prüfung und einem Zertifikat:

Bei Verdacht auf eine Wundinfektion sind ein Abstrich aus der Tiefe, ggf. mit Gewebeentnahme zum Erregernachweis, und ein Antibiogramm indiziert. Der Arzt wird dann entscheiden, ob eine systemische Antibiotikatherapie notwendig sind.

Eine lokale Antibiotikatherapie der Wunde ist nicht sinnvoll.

Hier Bilder des chirurgischen Debridements:

mit einem Skalpell



 

 Vorteile

 Nachteile

 scharfer Löffel

Skalpell, Pinzette

Schere, Ringkürette

 geringe Verbrauchsmaterialkosten

schnell

keine apparativen Voraussetzungen

 relativ grobe Methode

Schmerzen

 chirurg. Debridement in

Narkose

 schnell

relativ schmerzarm

großflächige Bearbeitung

 hohe Personal- und Gerätekosten

Narkoserisiko

nicht in jeder Räumlichkeit durchführbar

 UAW Firma Söring

 gerings Verbrauchsmaterial-kosten

konturgenaues Arbeiten

relativ schnell

relativ schmerzarm

 Gerätekosten

hoher Hygieneaufwand

nicht bei MRSA